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Rezension │ Andreas Otter: Der König der Gaukler

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Titel: Der König der Gaukler

Autor: Andreas Otter

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Genre: Historischer Roman

Erscheinungsdatum: 29. Dezember 2017

Seitenanzahl: 436 Seiten

Preis: 0,99 € E-Book │ 14,97 € Taschenbuch


Klappentext von „Der König der Gaukler“

Schwaben, Mitte des 14. Jahrhunderts: Nachdem seine Eltern bei einem Brand starben, ist der Köhlerbursche Simon besessen von dem Wunsch, Feuer zu beherrschen und der größte Feuerspucker aller Zeiten zu werden. Nach dem Ausbruch der Pest muss Simon jedoch sein Heimatdorf verlassen und trifft auf eine Gauklergruppe, die ihn aufnimmt.

Von nun an gehört er dem fahrenden Volk an, das ausgestoßen und rechtlos die Menschen begeistert, während um sie herum die todbringende Seuche tobt.

Anna, eine kartenlegende Wahrsagerin, prophezeit Simon, dass sein Wunsch in Erfüllung gehen und er als Feuerspucker vom Volk bejubelt und von Königen ausgezeichnet werden wird. Simon ist fasziniert von der rätselhaften Frau, die ihn auf unerklärliche Weise berührt. Doch als Anna selbst an der Pest erkrankt, erfährt Simon, wer sie wirklich ist, und er begreift, dass Annas Geheimnis sie alle in Gefahr bringen kann.


Meine Meinung

Mirjam ist ein jüdisches Mädchen, das während der Judenverfolgung im 14. Jahrhundert ihre Eltern verliert. Die Häuser der Juden wurden damals niedergebrannt und die Menschen getötet. So verbindet sie viel Schlimmes mit dem Feuer. Nachdem ihre Eltern umgekommen sind, trifft sie auf eine Gauklergruppe, von der sie sowie ihr kleinen Bruder Eli aufgenommen werden. Mirjam erlernt das Kartenlesen und nimmt mit dieser Aufgabe ihren Platz in der Gruppe ein.

Simon verliert seine Eltern und seinen kleinen Bruder bei einem Hausbrand. Dieses Erlebnis prägt ihn natürlich sehr, so dass in ihm das Bedürfnis entsteht, Feuer kontrollieren zu können. Als er eines Tages auf die Gauklertruppe trifft, die auch Mirjam schon aufgenommen hat, setzt er alles daran, von ihnen aufgenommen zu werden und die Kunst des Feuerspuckens zu erlernen.

Gemeinsam zieht die Gruppe dann also durch das Land und das zu den widrigen Zeiten der Pest. Sie ziehen von Dorf zu Stadt und führen dort ihre Show auf, verdienen teilweise viel Geld. Mirjam und Simon merken mehr und mehr, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen und verlieben sich ineinander. Sie alle sehen wieder und wieder wie viele Menschen an der Pest sterben. Sie selbst werden lange Zeit verschont, bis Mirjam jedoch eines Tages ebenfalls an der Pest erkrankt. Wie durch ein Wunder überlebt sie jedoch.

Als sie sich längere Zeit in Köln aufhalten,  sucht ein merkwürdiger Mann Mirjam des Öfteren auf, um sich von ihr die Karten legen zu lassen. Bereits bei ihrer ersten Begegnung bekommt sie wegen ihm ein komisches Gefühl. Nachdem sie Köln verlassen haben und nach Düren weiter gezogen sind, passiert etwas Schreckliches – Mirjam wird von dem komischen Mann entführt. Natürlich ist die ganze Gruppe – und insbesondere Simon – fürchterlich aufgelöst. Sie suchen monatelang nach ihr, da sie aber keinen wirklichen Hinweis darauf haben, wo sie sein könnte, bleibt ihre Suche lange Zeit ohne Erfolg.

„Der König der Gaukler“ ist einer der besten historischen Romane, die ich in den letzten 2-3 Jahren gelesen habe. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und es gelingt schnell, ein Gefühl für sie, besonders natürlich für Mirjam und Simon, zu bekommen. Ihre Schicksale sind sich so ähnlich, aber ihr Umgang mit dem Feuer ist danach so unterschiedlich.

Die Thematik der Pest nimmt natürlich einen relativ großen Teil im Buch ein. Immer wieder wird erwähnt, wie viele Menschen tot in den Straßengräben liegen und verbrannt wurden. Es ist unvorstellbar, wie die Menschen damals leben konnte, ohne ihren kompletten Lebensmut zu verlieren. Aber genau darauf geht der Autor auch immer wieder ein, indem es in der Geschichte immer wieder zur Sprache kommt, dass die Menschen aufgrund der aussichtslosen Lage besonders großzügig waren und die Auftritte der Gauklergruppe besonders genossen haben.

Ein weiteres zentrales Thema des Buches ist die Judenverfolgung. Es ist eine schlimme Vorstellung, dass damals ganze Stadtteile niedergebrannt wurden, nur weil dort Juden lebten. Und dass diese Menschen getötet wurden, nur weil sie Juden waren. Besonders furchtbar finde ich, dass ja sogar bis heute noch Vorurteile und Hass gegen sie gibt. Diese Vorurteile und dieser Hass in der heutigen Zeit richtet sich zwar nicht nur gegen die Juden, aber die sieht man doch mal, wie wenig wir uns Menschen im Grunde doch weiterentwickelt haben.

Das Ende des Buches hält dann noch eine Überraschung bereit, leider keine schöne. Obwohl… So kann ich das eigentlich nicht sagen. Eigentlich hält das Ende nämlich zwei Überraschungen bereit, eine schöne und eine sehr unschöne. Beide Überraschungen waren auf jeden Fall sehr emotional.

Während des Lesens lief die ganze Zeit die Geschichte parallel als Film in meinem Kopf ab. Es macht einen sehr gut recherchierten Eindruck und lässt sich schnell durchlesen.


Fazit

Andreas Otter hat mit „Der König der Gaukler“ wirklich ein tolles Buch veröffentlicht, das ich jedem, der historische Romane mag, ans Herz legen kann!


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