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Christoph Keese: Silicon Valley – Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt


Autor: Christoph Keese

Titel: Silicon Valley – Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt

Verlag: Penguin Verlag

Genre: Wirtschaft

Erscheinungsdatum: 12. September 2016

Seitenanzahl: 320

Preis: 10,00 €


Inhalt von Christoph Keese’s „Silicon Valley“

Christoph Keese ist im Jahr 2013 für sechs Monate beruflich  als Executive Vice President für Axel Springer nach Palo Alto ins Silicon Valley gegangen. In diesem Buch beschreibt er seine Eindrücke und Erlebnisse. Er sprach dort mit vielen Unternehmern, Gründern, Wagniskapitalgebern und Professoren und zieht natürlich auch einige Vergleiche zwischen dem Silicon Valley und Deutschland.

Das Buch ist aufgeteilt in drei Teile; es beginnt mit einer Beschreibung der Lebensumstände, geht über in eine Beschreibung der Kultur – natürlich insbesondere der Arbeitskultur – und endet mit einer Analyse der Folgen. Die Folgen beziehen sich dann überwiegend auf Deutschland. In den ersten beiden Teilen ist sehr deutlich zu sehen, wie weit fortgeschritten (besonders im Bereich Digitalisierung) die Amerikaner im Vergleich zu Deutschland sind.


Meine Meinung

Der Anfang des Buches, also die Beschreibung der Lebensumstände im Silicon Valley, klingt erst einmal fast schon paradiesisch; viel Sonne und warmes Wetter, Busse sind für die Bürger gratis, viele reiche Menschen, die ihren Reichtum aber nicht heraushängen lassen und die im Vergleich zu ihren Möglichkeiten doch sehr bodenständig leben.

Bildung

Christoph Keese beschreibt eine Welt, in der sehr viel Geld in Bildung investiert wird. Familien spenden dort wirklich große Summen an Schulen. Dies ist ein Punkt, der mich doch sehr beeindruckt hat. Hier in Deutschland ist es ja eher so, dass ein Schüler schon großes Glück hat, wenn er ein Schulbuch erhält, dass noch keine 5 Jahre alt ist. Hier bei uns wird die Bildung einfach auf den Staat abgeschoben und die staatlichen Gelder, die Schulen erhalten, halten sich stark in Grenzen.

Ähnlich verhält es sich bei der Universität Stanford, diese Universität verfügt über ein jährliches (!) Budget von ca. fünf Milliarden Dollar. Die größte Hochschule in Deutschland ist die Universität Köln, die ein jährliches Budget von gerade einmal ca. 1/10 dieser Summe zur Verfügung hat. Allein ca. eine Milliarde Dollar gehen in Standford als Spenden ein.

Gründungen

Auch im Bereich der Gründungen gibt es erhebliche Unterschiede. So werden in Deutschland zum Beispiel jährlich ca. zwei Milliarden Euro an Wagniskapital aufgebracht, in den USA hingegen 64 Milliarden. Neun von zehn Start-Ups scheitern zwar, aber das zehnte hat dafür dann entsprechenden Erfolg. Auch die Hürden, um überhaupt das Geld zu bekommen, sind den USA viel niedriger. Von der Gründung bis zur Auszahlung des Kapitals kann es beispielsweise vorkommen, dass gerade einmal eine einzige Woche vergeht – in Deutschland unvorstellbar! Es gibt so wahnsinnig viele intelligente Menschen hier, von denen sehr viele sicherlich auch einige geile Ideen haben, deren Umsetzung ihnen aber aufgrund unserer Bürokratie und einer teilweise zu vorsichtigen Einstellung einfach enorm erschwert, bzw. sogar unmöglich gemacht werden.

Digitalisierung

Das große Thema „Digitalisierung“, das in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, ist in den USA ebenfalls schon viel weiter. Alle haben sich vor einiger Zeit über den Satz „Das Internet ist Neuland für uns“ von Angela Merkel lustig gemacht. So unrecht hatte sie allerdings nicht. Internet ist mehr, als nur bei Facebook surfen und eine Pizza über eine App zu bestellen.

Mit der Digitalisierung kommen ganz neue Arbeitsformen auf uns zu. Selbst Bereiche, von denen wir es gar nicht denken würden – z. B. die Stromversorgung – können theoretisch völlig revolutioniert werden und vermutlich ist es lediglich eine Frage der Zeit.

Dieses Buch hat mich einige Male zum Staunen, Bewundern und Kopf schütteln gebracht.


Fazit

Eine absolute Kaufempfehlung für jeden, der sich für die Themen Digitalisierung und Wirtschaft interessiert! Es ist total interessant mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen und zu sehen, wie es „im mächtigsten Tal der Welt“ läuft.


Blick ins Buch


Christoph Keese: Silicon Valley – Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt
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